Kelter Stockheim im Jahre 1743

Die jetzige Kelter in Stockheim wurde 1743 auf dem Standort der alten Kelter erbaut. Urkundlich wurde diese vormalige Kelter 1610 im alten Lagerbuch als Kelterhaus erwähnt. Vermutlich wurde diese vormalige Kelter jedoch schon 1565 durch die Deutschmeister von Cleen erbaut, dafür spräche der auf der Ostseite der heutigen Kelter eingemauerte Wappenstein.

Die Besitztümer des Deutschmeisters nach dem Lagerbuch von 1610 umfasste neben dem genannten Kelterhaus, das Schloss Stocksberg mit Nebengebäuden, etwa 180 Morgen Acker, 25 Morgen Wiesen, zwei Fischweiher,  ein Steinbruch, Wald und Weinberge mit dem dazugehörigen Kelterrecht.

Im August 1739 wird noch versucht trockenes Holz für die Reperatur des alten Kelterdachs zu bekommen. Da jedoch Stockheim nicht zu Württenberg gehört, und es bei hoher Strafe verboten war Bauholz ausser Landes zu führen, gestaltete sich dies als sehr schwierig . Es wäre beinahe gelungen von den Weiler Bauern unter großer Diskretion, im Vorjahr geschlagene, trockene Eichen zum Preis von 27 fl.30 x zu erwerben. Dies war sehr teuer. Offensichtlich ist es zum Streit zwischen dem Deutschmeister und den Amtmann um die Kosten gekommen. Ob die Kelter repariert wurde ist unbekannt.

Im April 1743 geben der Zimmermann Niklaß Richter und der Maurer Leonhard Schmalzbauer ein gemeinsames Angebot über den Abbruch der Kelter, die Ziegel abzudecken , das Fundamet zu graben, die Kelter von innen und außen zu verputzen, die Ecksteine, die Steine für die Tore und das Kelterstüble zu brechen und zu hauen. Das Kelterstüble und den Kamin zu mauern und zu verputzen und die Kelter mit Ziegel zu belegen. Die Beiden versichern, dass Sie gute und dauerhafte Arbeit machen werden und das ganze Gebäude bis Bartolomäi fertigstellen wollen.

Noch im April teilte der Amtmann dem Deutschmeister mit, dass ein anderer Standort für die Kelter nicht in Frage kommt. Ausserdem habe er schon von hiesigen Maurern und Zimmerleuten ein genaues Angebot über den Abriss und einen Neubau eingeholt.